Samstag, 3. Dezember 2016

Wahre Freunde


Foto: Saskia-Marjanna Schulz


Wahre Freunde nennt man solche,
Die vom Bösen fern uns halten,
Aber mit bedächt'gem Sinne
Für des Freundes Vorteil walten,
Das Geheimnis treu verbergen,
Nur das Gute laut verkünden,
Wenn es Zeit ist, gerne helfen
Und im Unglück nicht verschwinden.

Bhartrihari (6./7. Jh. n. Chr.), Spruchdichter

Mittwoch, 27. April 2011

Über die Freundschaft


Foto: Saskia-Marjanna Schulz


Miteinander zu reden und zu lachen,
sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen,
gemeinsam schöngeistige Bücher zu lesen,
gemeinsam zu scherzen und zugleich Achtung zu geben,
gelegentlich anderer Meinung zu sein, freilich ohne Gehässigkeit,
ganz so, wie man auch mit sich selbst im Widerstreit liegt,
gerade durch Meinungsverschiedenheit die vorherrschende Eintracht zu würzen,
einander etwas zu lehren und voneinander lernen,
Abwesende schmerzlich vermissen,
Zurückkehrende freudig empfangen,
durch Zeichen der Liebe und Gegenliebe, die von Herzen kommen,
die sich in Miene, Stimme, Blicken und tausend freundlichen Gesten äußern,
die Herzen wie Zündstoff entflammen
und aus Zweien eins werden lassen.

Augustinus Aurelius, (354 - 430),
Bischof von Hippo, Philosoph,
Kirchenvater und Heiliger